KATZENGESCHICHTEN ZUM WELTKATZENTAG

Seit ein paar Jahren füttere ich wilde Katzen, die wir vom verstorbenen Nachbarn übernommen hatten. Vor Kurzem kam mir wieder in den Sinn, wie viel Freude vor allem junge Katzen im Haus bringen. Mein seit eineinhalb Jahren seliger Mann Peter und ich hatten in unserem fast 44-jährigen Leben meist zwei Kater, die unser Leben bereicherten. Der einzige Kater der wilden Bande kommt zwar manchmal ins Haus, aber Oma, Mama und Schwester ziehen sich draußen nach dem Füttern wieder zurück. Meine Eierfrau sorgt für rund 15 wilde Katzen. Als ich vor 3-4 Monaten zu ihr kam, strebte ein 4 Wochen altes Katerchen auf uns zu und gab Tobi einen Kuss. Der Vierbeiner hatte kurz, nachdem Peter ganz plötzlich quasi im Stehen vor mir zusammengebrochen war, nach mehrjährigem Kettenhund-Dasein den Weg zu mir gefunden. Dieses überaus seltsame Verhalten des Samtpfotenwesens feuerte meine Fantasie an: Sollte die Seele meines Mannes zu meiner Freude ein felines Körperchen besetzt haben, da er mich im gewohnten Vehikel nicht mehr zum Lachen bringen kann? Jedenfalls habe ich ihn und einen weiteren Kater als Gesellschaft für Tobi adoptiert, der ja auch noch um seine Freundin Mia trauert, die eine Woche nach einem Chemtrailangriff Mitte April an Vergiftung verstarb. Der Hund macht jetzt einen fröhlicheren Eindruck. Die zwei Katerchen begleiten uns bei Wanderungen durch die Wildnis. Auch meine Trauerarbeit ist durch die Samtpfotenwesen leichter geworden.

 

Folgend will ich zum Weltkatzentag meine ersten Schreibversuche vor mehr als einem viertel Jahrhundert veröffentlichen, hoffentlich zu Ihrer Freude. In meinem Buch Familien-Code finden Sie noch mehr animalische Geschichten über Carlo & Co.

 

Ärger mit Sebastian oder Lehrgang für Friedensbotschafter

 

Es war nicht das erste Mal, dass Foxi sich genötigt fühlte, eines seiner Pfötchen aus dem Verkehr zu ziehen und mithilfe der restlichen Gliedmaßen seinen täglichen Gewohnheiten nachzugehen. Der kecke rot gestromte Kater war noch nicht einmal in den Flegeljahren, als ihm nach einem unglückseligen Kampf mit einem Autoreifen auf der belebten Frankfurt-Bergener Marktstraße von veterinärmedizinischer Seite eine Schraube in den Schenkelhals getrieben wurde, um die Bruchenden seiner misshandelten Knochen zusammenzuhalten. Bei dieser Gelegenheit verlor er dann auch noch seine Männlichkeit, ohne je in die Tiefen des Machoseins vorgedrungen zu sein.

Dieses Mal hatte sich Foxi nicht mit den Tücken rasender Technik herumgeschlagen, er war nur etwas leichtsinnig beim Abstieg aus schwindelnden Höhen gewesen. Denn der Kletterer vor dem Herrn hatte sich auf ein morsches Ästchen verlassen, das ächzend und splitternd nachgab. Humpelnderweise ergründete der invalide Kater nun die Dualität aller Dinge, da ihm sein Leiden das größte Abenteuer seines zweijährigen Lebens bescherte: Die Entdeckung Amerikas. Das kam so: Wir waren in die USA ausgewandert und hatten unsere Kater bei meinen Eltern im Odenwald untergebracht. Mein die kalte Heimat besuchender Mann verfrachtete unseren Samtpfoten-Kameraden kurzerhand in einen Pappkarton und schleppte ihn mit in die Kabine des Fliegers. Nachdem Foxi die hellen ausgedehnten Räume unseres gerade erstandenen Hauses inspizierte und es ihm aufgrund der vom Boden bis zu Decke reichenden Fensterfronten vorkam, als ob er im Freien flanierte, legte er ein merklich zufriedenes Grinsen auf und vergaß daraufhin ganz, sein Bein nachzuziehen. Nach ein paar Tagen fing unser Heißsporn wieder an, Bäume und Dächer zu erklimmen.

 

Foxi wäre rundum glücklich gewesen, wenn nicht so ein Rotzlöffel von weiß gestiefeltem Graufell ihm das Leben zur Hölle gemacht hätte. Besagter Streuner war in der gesamten Nachbarschaft als Oberrabauke gefürchtet. Kein Kater war vor ihm sicher. Blutige Nasen, zerfetzte Ohren und Lochmusterfelle waren an der Tagesordnung. Mit aufgesetzt gelassenem Gehabe absolvierte der Streitsüchtige täglich seinen majestätischen Rundgang. Er hieß, wie ich später von meiner Nachbarin erfuhr, Sebastian. Sie hatte den heruntergekommenen, aber dennoch bildhübschen kräftigen Kartäuser-Mischling im Jahr zuvor jammernd in einem Busch liegend gefunden. Computer-gestylte Anschläge an sämtliche nachbarliche Telefonmasten und Bäume halfen, seine Schälchenfüller ausfindig zu machen. Sie waren von einer Nachbarstraße in den über unseren Häusern gelegenen Boris Drive übergesiedelt. Richtig böse konnten wir dem felinen Lümmel trotz all seiner Hinterhältigkeit nicht sein, und wir brachten nur zu gern sein Betragen mit dem Umzugsstress in Verbindung. Doch als Foxi schon zum zweiten Mal mit einem tiefen Loch im Leib nach Hause kam, verwandelten sich meine Hass-Liebe-Gefühle gegen den streitbaren stolzen Plüschfell-Haudegen in ohnmächtige Feindseligkeit. In unserer Ratlosigkeit fielen wir in frühere Entwicklungsstufen zurück und griffen zu unlauteren Mitteln. In kindlichem Eifer schleuderten wir pralle Wasserbomben und Steine gegen den grauen Banditen, wie Peter ihn zu nennen pflegte. Mit dem Treffen haperte es allerdings. Später versuchten wir, ihm mittels durch ein Blasrohr gepustete Erbsen, Löcher in seinen Pelz zu brennen. Doch unsere Verzweiflungsaktionen rangen dem gewieften Streuner nur ein müdes Lächeln ab. Nichts konnte ihn aufhalten, seine Lebensmission fortzuführen. Diese bestand darin, immer auf Krawall aus zu sein und am laufenden Band unsere und andere Katzen sowie deren Schälchenfüller aufs Dreisteste zu belästigen und Stunk zu machen, wo es nur ging. Ich musste mich damit abfinden, dass ich den Raufbold von seiner Berufung nicht abbringen konnte. Schwächeren Artgenossen blutige Kämpfe abzuzwingen war das Salz seines armseligen Lebens. Nachdem jedoch der weltbeste Arzt, die Zeit, Foxis Wunden heilen konnte und wir den Krawallbruder öfters mal schwerst lädiert vorbeihumpeln sahen, ohne dass wir an unseren Lieblingen ein gekrümmtes Haar entdecken konnten, waren wir fast bereit, der riesigen Eule, die hin und wieder in unserem Eukalyptusbaum meditierte, die Schuld an die Fangkrallen zu hängen. Außerdem waren da ja auch noch die ausgehungerten Kojoten, die ihre Jungen satt kriegen mussten. Wenn Leanne nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, wie Sebastian mit ihren Katzen kämpfte, wären wir fast auf dem Mitleidstrip abgefahren.

 

Nach einigen verletzungsfreien Monaten nahm unser Groll gegen das verlauste Graufell merklich ab. Das heißt, bis zu dem Zeitpunkt, als seine Dauerbelästigungs-mission einen neuerlichen Aufschwung erlebte. Wir hatten gewiss nichts dagegen, wenn er das Futter aus den Schälchen unserer Samtpfoten klaute. Ein knurrender Magen erregt natürlich unser Mitgefühl, denn Hunger ist auch ein vertrauter Gast von Zweibeinern. Aber musste dieser Stinkstiefel ausgerechnet seine ätzende Duftmarke an unser Mobiliar spritzen? Und zwar ausgerechnet drei Tage, nachdem wir unser Haus von innen und außen frisch gestrichen hatten. Der berechnende Strolch schlug erst dann gnadenlos zu, als sich der Farbgeruch allmählich gelegt hatte, denn diesen hätte er schwerlich zu übertönen vermocht.

 

    Mein an vielen Stellen marode gewordenes Geduldsfädchen war gerissen. Doch die Aussicht, mit Sebastian fertig zu werden, war so grau wie sein zotteliges Fell. Um das Abdriften meiner Rachsucht in eine zunehmende Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht zu verhindern, entschloss ich mich, an den Stinkstiefelbesitzer, einen Gehirnchirurgen, zu schreiben. In dem Brief erklärte ich, dass die Katzenklappe von uns eingerichtet worden war, um unseren Samtpfoten eine gewisse Unabhängigkeit zu gewähren und nicht, damit sein rotzfrecher Kater in unsere frisch gestrichenen Räume pinkelt. Drei Tage, nachdem ich den blauen Brief dem Briefkasten des Mediziners anvertraut hatte, meldete er sich und sagte lapidar, dass Sebastian nicht mehr sein Haustier wäre, da er die Familie verlassen habe, als das erste Baby kam. Der Crackerschüttler will mich veräppeln, war mein erster Gedanke. Feiges Defensivmanöver. Hat wohl Angst vor einem Prozess. In Kalifornien klagt ja bekanntlich jeder gegen jeden wegen jeden Rattenfürzchens. Es brodelte in mir, ich konnte einfach nicht glauben, dass ein zufriedener Kater, der regelmäßig sein Schälchen gefüllt bekommt und hin und wieder mit ein paar Streicheleinheiten verwöhnt wird, so mir nichts dir nichts eine Prachtvilla verlässt, um sich draußen zwischen Präriewölfen und Greifvögeln als stumpfflusiges humpelndes Felltier mit Pockennarbengesicht durchzuschlagen. Meine Freundin holte mich allerdings wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. In Sachen Kinderkriegen und Haustieren war sie erfahren und meinte, so etwas könne durchaus vorkommen. Wenn die junge Mutter ihre ganze Liebe dem neuen Kind zuwendet, räumt so ein vernachlässigter Kater auch schon mal beleidigt das Feld.

 

   Zwei Jahre nach weiteren infantilen Verzweiflungsaktionen gelang mir endlich der segensreiche Coup, der uns die Probleme mit Sebastian endgültig vom Hals schaffen sollte. Ich holte uns nämlich einen felinen Friedensbotschafter ins Haus, und noch auf dem Weg vom Tierasyl nach Hause nannte ich den scheuen Kater Max, nach meinem gerade verstorbenen Onkel, der ebenfalls ein Leben lang einen auf zurückhaltend machte. Nicht lange, nachdem seine prachtvolle Gestalt voll entwickelt war, wurde ihm von seinen nachbarlichen Artgenossen der Friedensnobelpreis verliehen. Max wirkte im Sommer wie ein Ordensbruder, da sein Fell wie eine Mönchskutte an ihm herunterhing und ihm einen geistlichen Touch gab. Im Winter entfaltete es sich zu Perservolumen, wodurch er um ein Drittel an Körpergröße zu gewinnen schien. Dieser Kater klagte nicht, wenn wir uns ein paar Tage aus dem Staub machten, keine anklagende oder tieftraurige Blicke, auch nicht bei Familienzuwachs. Ebenso nahm er alles hin, was andere als erniedrigend empfinden und Anlass zum Motzen gibt. Wenn z. B. streunende Katzen oder Waschbären durch die Katzenklappe ins Haus kamen und sein Futter verschlangen, fauchte er nicht, stand nur dabei und schaute sich alles seelenruhig an. Max war größer als alle nachbarlichen Artgenossen, aber er verteidigte sein Revier nicht. Er war voller Frieden. Nur wenn Menschen ins Haus kamen, verzog er sich, denn 99,9 % aller Zweibeiner machten ihn unbehaglich. Als das Seelchen zu uns kam, verhielt sich selbst der in der ganzen Umgebung als Oberrabauke gefürchtete Sebastian auf unserer Scholle wie ein friedliebender Invalide. Zwar machte er mit seinem abgeknickten Ohr und dem spöttisch herausfordernden Blick noch immer einen auf Bestie, gesellte sich aber sanftmütig wie ein Lamm zu unseren beiden Katern und einem weißen Streuner, der öfter mal in Schälchen bei uns lehrte. Alle schienen den neuen Revier-Guru zu respektieren, dessen schwarzes, in der Sonne rotbraun glänzendes Fell mit weißen pastoralen Akzenten um Hals und Brust und einem Hauch brauner Streifen versehen war, die aussahen, als ob ein Malerpinsel an ihm abgewischt worden wäre. Max, der sich auf keinerlei Zank einließ, strahlte die Würde eines Weisen aus. Dieser Kater, für den keine Streitgegenstände existierten, brachte uns bei, wie mit sogenannten Problemen zu verfahren ist. Ganz einfach IGNORIEREN! Nichtbeachtung transformiert jede Schwierigkeit. Nachdem Max uns durch seine noble Haltung beigebracht hatte, dass Ärger und Verdruss nur dann vorkommen, wenn wir sie zulassen, gab es auch für uns mit Sebastian keine Probleme mehr. Jener verzichtete sogar auf das Hinterlassen seines beißenden Memorandums.

 

   Wäre es nicht ein Segen, wenn wir Zweibeiner von Max den rechten Umgang mit unseren Artgenossen lernen könnten?                                                             

    In meinem Buch Wasserkristallbotschaften können Sie auch Seelensterne des im August vor zehn Jahren in meinen Armen verstorbenen Katers betrachten. Sie bilden die Marksteine seines Lebens ab. Auch der Wasserkünstler Ernst F. Braun, der das mit einem Foto von Max informierte gefrorene Wasser mikroskopisch fotografierte, sprach von einem höchst spirituellen Kater.

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Bitte bestellten Sie die um 20 Seiten erweiterte und verbesserte Neuauflage WASSER VERBINDET DIE WELTEN zum gleichen Preis (siehe oben).                                   Ich habe den Titel leider geändert, damit er besser zum großen Foto passt. Und BoD lässt mich nicht aus dem Vertrag, den ich vergessen hatte zu kündigen und der noch bis Februar 2018 läuft.

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